Peer2Peer in Frankreich bald legal??
Eine Allianz aus Sozialisten und Konservativen in der französischen Nationalversammlung will den Musiktausch via Internet erlauben, wenn Surfer eine monatliche Pauschale bezahlen. Künstler zeigten sich empört.
Sozialisten und Vertreter der konservativen Regierungspartei UMP hielten das P2P-Verbot für keine gute Idee und änderten den Gesetzestext kurzerhand ab. Die Parlamentarier wollen so den Austausch von Musikstücken und Filmen per Internet in Peer-to-Peer-Systemen (P2P) ausdrücklich zulassen; die Urheber sollen im Gegenzug bezahlt werden. Genannt wurde eine monatliche Pauschale von bis zu sieben Euro pro Surfer.
Sollte die Legalisierung von P2P tatsächlich beschlossen werden - der frühest mögliche Termin wäre der 17. Januar -, drohen Frankreich womöglich internationale Sanktionen. So weit denkt man in Paris jedoch noch nicht.
Derzeit empören sich zahlreiche bekannte Künstler über den von den Abgeordneten veränderten Text. "Wenn meine Musik kostenlos wird, verlange ich von den Vertretern des Staates, die für das öffentliche Wohl arbeiten, dies kostenlos zu tun", erklärte Liedermacher Michel Sardou. Der Rapper Joey Starr von der Band NTM zeigte sich einverstanden damit, dass Käufer private Kopien von CDs anlegen dürfen. Er sei aber "dagegen, dass meine Arbeit für zwei Kopeken geplündert wird".